.

Torpedoflugzeuge der US Navy

.
.
Teil 2

Der Einsatz 1942 - 1950

Text:

Michael E. Fader

Drawings:

Paul Imhoff

 
Torpedoflugzeuge haben sich etabliert

Im Jahre 1934 war bereits klar zu erkennen, dass alle ans Meer grenzenden Nationen den Aufbau von Torpedoflugzeug-Einheiten forcierten. Trägergestützte Torpedostaffeln gab es aber nur in Grossbritannien und den Vereinigten Staaten.

Auf der USS Saratoga befanden sich neben den Jägerstaffeln, VF-1B und VF-6B die Torpedo-Staffel VT-2B. Die letztere war mit 18 Great Lakes TG-2 ausgerüstet. Die zusätzlich vorhandenen Aufklärer und Jäger hinzugerechnet, hatte die USS Saratoga 72 Flugzeuge an Bord. Bei der USS Lexington war es ähnlich: 2 Staffeln Jäger, VF-2B und VF-5B, dazu eine Staffel Torpedoflugzeuge VT-1B, die aber zur Zeit noch mit Sturzbombern Martin BM-1 und BM-2 ausgerüstet war. Diese Typen waren ursprünglich als Torpedoflugzeuge T5M-1 geplant und dann als Sturzbomber umgerüstet worden. Bei der Asien-Flotte der US Navy befand sich noch das Flugzeugmutterschiff USS Heron mit vier Martin T4M-1 der VT-5A, zwei weitere auf dem Stützpunkt Cavite.


Great Lakes TG-2 (aka Martin T4M-) of VT-2B CV-3 USS Saratoga 

 
Martin BM-1 of VT-1B CV-2 USS Lexington

Neue Torpedoflugzeuge der US Navy

1935/36 fand in USA die grosse Umstellung vom Doppeldecker in Gemischtbauweise zum Ganzmetall-Tiefdecker statt. 1936 gingen die ersten Muster dieser modernen Bauweise in die Erprobung: die Douglas XTBD-1, ein einmotoriger Tiefdecker, und die Hall XPTBH-1. Der letztere Typ war im Konzept ein Seegestütztes Flugzeug das nicht Trägertauglich war, ging aber nicht in Serie. Great Lakes bot noch einmal einen Doppeldecker die XTBG-1 an, der aber abgelehnt wurde.

Dass die US Navy immer noch nicht den geeigneten Ersatz für die veralteten Torpedo-Doppeldecker gefunden hatte, beweist die Tatsache, dass in der Flottenliste vom Juni 1937 noch 17 TG-2 bei der VT-2B auf der USS Saratoga geführt wurden. Es befanden sich nur noch einzelne Torpedoflugzeuge, die verschiedenen Zwecken dienten, auf verschiedenen Marinestützpunkten. Aber es gab ausser der VT-2B keinen geschlossenen Torpedoflugzeugverband mehr.

 
Great Lakes XTBG-1
 
Hall XPTBH-1
 
1937

Die die Erprobung der TBD-1 lief. Versuchsweise wurde eine dieser Maschinen der Vorserie mit einem Schwimmerpaar versehen und als TBD-1A erprobt.
Ab 1937 wurde die Serienversion der Douglas TBD-1, die nun Devastator genannt wurde den Torpedo-Einheiten zugeführt. Die Navy erhielt ebenfalls einige neue Träger und überarbeitete das Staffelsystem komplett. Jeder Träger hatte nun vier unterschiedliche Staffeln an Bord. Die Benummerung wurde zudem mit der Schiffnummer harmonisiert.
Ein Träger hatte nun eine Jagdstaffel VF-, Bomberstaffel VB-, Aufklärungsstaffel VS- und Torpedostaffel VT-.
Alle Torpedostaffeln waren mit der neuen Douglas TBD-1 Devastator ausgerüstet. Diese waren wie folgt verteilt: USS Lexington CV-2 = VT-2 18 TBD-1, USS Saratoga CV-3 = VT-3 16 TBD-1, USS Yorktown CV-5 = VT-5 18 TBD-1 und USS Enterprise CV-6 = VT-6 17 TBD-1. Einzig die im Atlantik operiernede USS Ranger CV-4 hatte keine Torpedoeinheit.


Douglas TBD-1 VT-2 CV-2 USS Lexington

Douglas TBD-1 VT-3 CV-3 USS Saratoga

Douglas TBD-1 VT-5 CV-5 USS Yorktown

Douglas TBD-1 VT-6 CV-6 USS Enterprise

Mit der Einführung der Douglas TBD-1 Devastator erfolgte ein radikaler Schritt hin zu modernen Eindeckermaschinen. Der Standardjäger zu dieser Zeit war die Grumman F3F-2 – ein Doppeldecker – doch der Nachfolger die Brewster F2A-1 Buffalo war schon in der Erprobung und auch die Bomberstaffel rüsteten mit der Vought SB2U- auf einen Einecker um. Die laufende Entwicklung zeigte schon früh, dass die TBD-1 Devastator bald veraltet war.

Erste Erfolge der Trägergestützten Torpedostaffeln

Am 6. Juli 1940 griffen die Fairey Swordfish des britischen Flugzeugträgers  HMS Ark Royal das in Mers­el-Kebir bei Oran liegende französische Schlachtschiff "Dunkerque" an. Die zwölf  Maschinen der 8xx Staffel griffen in drei Wellen an und setzten das Schiff ausser Gefecht. Neben dem Schlachtschiff lag ein Hilfschiff, das Wasserbomben geladen hatte, die durch Torpedotreffer explodierten. Die "Dunkerque" wurde schwer beschädigt. Die Royal Navy setzte bei Torpedoangriffen die Fairey Swordfish ein, obwohl die Konstruktion als  Doppeldecker schon bei Kriegsausbruch veraltet war. Den Engländern sollte es nun doch gelingen mit der Swordfish, die Leistungsfähigkeit der Luft-Torpedowaffe schlagend zu beweisen.

Am Abend des 11. November 1940 starteten vom britischen Flugzeugträger HMS lIlustrious, der etwa 275 km vor der italienischen Südostküste stand, ein Verband von sechs Swordfish und sechs Jagdzweisitzern Fairey Fulmar zum Angriff auf die vor Tarent liegende italienische Flotte. Um 20.57 Uhr hoben die zwölf Maschinen unter Führung von Cdr. Williamson von der HMS lIlustrious ab. Williamson ging kurz vor dem Ziel, den vor Anker liegenden italienischen Kriegschiffen, bis auf eine Flughöhe von nur 10 m hinunter. Die Ballonsperren wurde umflogen. Trotz wütenden Flakfeuer der Italiener klatschten die englischen Torpedos ins Wasser des seichten Hafens. Das Schlachtschiff "Conte di Cavour" sank nach einem Volltreffer. Auch andere Schiffe wurden getroffen. Um 21.23 Uhr starteten noch einmal neun Swordfish. Zwei mussten jedoch wegen Triebwerkschwierigkeiten umkehren. Die restlichen sieben erreichten ihr Ziel. Das moderne Schlachtschiff "Littorio" erhielt drei Treffer, das ältere "Caio Duilio" einen. Der schwere Kreuzer "Trento" und der Zerstörer "Libeccio" wurden leicht beschädigt. Die Folgen dieses Angriffs wurden erst später sichtbar, wenn auch ein Teil der italienischen Flotte im Augenblick ausser Ge­fecht gesetzt worden war. Der Angriff bei Tarent hatte nämlich bewiesen, dass auch ein Angriff auf Schiffe, die in einem schwer verteidigten Hafen vor Anker liegen, mit Torpedos möglich ist.

 

Am 26. Mai 1941 boten die alten "Swordfish" ein neues Beispiel, wie wirksam selbst derartig veraltete Torpedoflugzeuge im Seekrieg eingesetzt werden können. Am 18. Mai stiess das deutsche Schlacht­schiff "Bismarck" zusammen mit dem schweren Kreuzer "Prinz Eugen" in den Atlantik vor. Am 24. Mai wurde der deutsche Verband von englischen Kriegschiffen gestellt. In einem kurzen Gefecht konnte die "Bismarck" das britische Schlachtschiff HMS Hood vernichten. Das Schlachtschiff HMS Prince of Wales erhielt schwere Treffer. Dann aber begann die Jagd starker englischer Flottenverbände auf die beiden deutschen Schiffe. Am 26. Mai wurde die "Bismarck" gestellt. Vom Flugzeugträger  HMS Ark Royal starteten Swordfish. Dabei wäre beinah ein Unglück passiert, da die Torpedoflugzeuge wegen schlechter Sicht, den Kreuzer HMS Sheffield angriffen. Jetzt griff eine weitere Staffel Swordfish vom Träger HMS Victorious ein. Cdr. Esmonde ging trotz heftiger Flakabwehr ganz dicht an die Bismarck heran und erzielte einen Torpedotreffer in der Ruderanlage. Die "Bismarck" konnte danach nur noch im Kreis fahren und war damit verloren. Das Schiff wurde von Überwassereinheiten der Royal Navy niedergekämpft und sank am 27. Mai 1941.

 

Pearl Harbor - die Torpedowaffe hat sich etabliert.

Im Fernen Osten steuerte Japan unaufhaltsam auf den Krieg mit den USA zu. Den bereits geplanten Angriff auf Pearl Harbor wollten die Japaner im Horizontal-Hochangriff mit Bombern, und mit Torpedos von U-Booten, ausführen wollen. Tarent änderte die Lage vollkommen. Die Wassertiefe in dem Hafen von Tarent betrug nur 15 m und weniger. Das hatte man bisher als zu seicht für Torpedos gehalten. Die Wassertiefe in Pearl Harbor betrug ebenfalls 15 m! Als der japanische Flottenchef Yamamoto von dem britischen Erfolg erfuhr, liess er sich sofort ausführliche Berichte über die Luftfahrtattaches in Rom und London kommen.

Am 26. November 1941 lief aus der Hitokappu­Bucht Yamamotos Angriffs-Geschwader aus. Es bestand aus den Flugzeugträgern "Akagi", "Kaga", "Shokaku", "Zuikaku", "Hiryu" und "Soryu", den Schlachtschiffen "Hiri" und "Kirishima", den schweren Kreuzern "Tone" und "Chikuma", einem leichten Kreuzer, 9 grossen Zerstörern, 8 Tankern und drei U-Booten. Diese Kampfgruppe ging nun auf die 11 Tage lange Reise Richtung Hawaii. Yamamoto hatte absolute Funkstille befohlen. Erst fuhr der Verband mit Ostkurs, gedeckt durch Sturm und Nebel, dann konnte man auf Südostkurs gehen und kam in besseres Wetter.

Am 7. Dezember 1941 stand die japanische Angriffsflotte gegen 6.00 Uhr früh nördlich von Oahu, der Insel der Hawaii-Gruppe, an deren Südseite sich die Bucht von Pearl Harbor befand. Pünktlich um 6.00 Uhr begannen die Starts der 1. Welle: 43 Jäger Mitsubishi A6M-2, 51 Sturzbomber Aichi D3A-1, 50 Nakajima B5N-2 mit Bomben und 40 B5N-2 mit Torpedos. Kaum hatten die letzten Flugzeuge der 1. Welle die Träger verlassen, so begann der Start der 2. Welle: 36 A6M-2, 54 B5N-2 mit Bomben und 81 D3A-1.

Die Torpedoflugzeuge unter Kommandeur Murata konnten über einer dichten Wolkendecke fast ungesehen an ihre Ziele herankommen. Gleichzeitig kam die zweite Welle Sturzbomber unter Kommandeur Fuchida und bombardierte die Flugplätze. Die B5N-2 kamen in zwei parallelen Kolonnen herunter. Die eine wurde von Murata, die zweite von Leutnant Inichi Goto geführt. Sie wären fast un­bemerkt an die paarweise verankert liegenden US Schlachtschiffe herangekommen. Da passierte eine Panne. Eine Staffel Sturzbomber griff vor ihnen die Schlachtschiffe an. Einige Bedienungen der Schlachtschiffe erreichten ihre 40 mm Schiffsflak und feuerten wütend auf die Angreifer, die in diesem Augenblick zum Angriff an­setzenden Torpedoflugzeuge. Ein Torpedo nach dem anderen klatschte ins Wasser. Fast alle fanden ihr Ziel. Eine Reihe schwerer Explosionen erschütterte die Luft. Die Heftigkeit der Torpedoexplosionen übertönte jeden anderen Kampflärm. Das Schlachtschiff  USS Arizona explodierte nach mehreren Torpedotreffern, als die Munitionskammern getroffen wurden. Die USS Oklahoma sank nach drei Torpedotreffern. Die  USS West Virginia erhielt nur einen Treffer und wurde durch Gegenfluten über Wasser gehalten. Die  USS Maryland erhielt mehrere Bombentreffer. Die  USS California wurde von einer Bombe und zwei Torpedos getroffen und sank. Die USS Nevada erhielt einen Torpedo- und mehrere Bombentreffer und musste auf Grund gesetzt werden. Dazu kamen die Menschenverluste von. 2403 Mann, 188 zerstörten und 159 beschädigten Flugzeugen. Die Japaner hatten nur 29 Flugzeuge verloren. Wie hatte Yamamoto bei der Planung dieses Angriffs geäussert: "Ein noch vernichtenderer Schlag könnte gegen eine ahnungslose feindliche Kraft durch einen Torpedo­Massenangriff geführt werden".

 

Bereits am nächsten Tage, dem 8. Dezember 1941, führten die Japaner den nächsten Schlag, diesmal gegen die Engländer.

Die 25. japanische Armee war in Khota Baru im Nordteil von Malaya gelandet. Daraufhin liefen aus Singapur das Schlachtschiff  HMS Prince of Wales, der Schlachtkreuzer HMS Repulse und vier Zerstörer aus, um die japanische Landungsflotte anzugreifen. Dieser Verband wurde von einem japanischen U-Boot gesichtet. Die japanische Luftaufklärung konnte ihn aber nicht erfassen. Der britische Flottenverband kehrte am nächsten Tag auf der Höhe von Khota Baru um, da beim Führer des Verbandes die Meldung einge­gangen war, dass eine weitere Landung bei Kuantan erfolgt sei.

 Inzwischen war das 22. japanische Marineflieger­Geschwader herangekommen, das zur bewaffneten Fernaufklärung eingesetzt war. Am 10. Dezember 1941 sichtete der japanische Geschwaderkommandeur den britischen Verband. Der japanische Verband bestand aus den aus dem Jahre 1936 stammenden Mitsubishi G3M-3. Der japanische Kommandeur teilte seinen Verband. Die nur mit Bomben ausgerüsteten Maschinen hielten ihre Höhe, während die mit Torpedos beladenen G3M-3 im weiten Bogen hinuntergingen. Die zeitliche Abstimmung klappte. Die Bomber begannen trotz heftigen Flakfeuers der Kriegschiffe ihre Bomben abzuladen. Jetzt jagten die Torpedoflugzeuge im Tiefflug heran. Der erste Torpedo klatschte ins Wasser, die G3M-3 zog in steiler Kurve hoch. Schon lief der nächste Torpedo, dann folgte eine Explosion der anderen. Als die letzte japanische Maschine abgeflogen war, befanden sich die HMS Prince of Wales und die HMS Repulse im Sinken.
Dieser Angriff zeigte, dass Hauptkampfschiffe auch auf dem offenen Meer keine Überlebenschance gegen Torpedoflugzeuge hatten.

 
Die Torpedoflieger der US Navy im Krieg
VT-8-2.png (90395 Byte) VGS-26-1.png (90354 Byte)

Schon vor dem Krieg war klar, dass die Douglas TBD-1 Devastator mit den modernen Maschinen nicht mehr mithalten konnte. Doch es war für die US Navy ein böses erwachen als sie feststellen musste welche Leistungsdefizite die Devastator hatte. Die Erprobung der neuen Torpedoflugzeuge, der Grumman XTBF-1 und Vought XTBU-1 wurde nun beschleunigt. Die Entscheidung fiel jetzt schnell und der Grumman-Entwurf ging in Serie. Ein dritter Entwurf von Consolidated Vultee, die TBY-2, wurde abgelehnt. Die Grumman TBF erhielt den Beinamen „Avenger“ (Rächer). Ab 1943 sollte die Avenger die Bedeutung ihres Namens unter Beweis stellen.

Coral Sea

Vom 4. bis 8. Mai tobte im Korallenmeer die erste Träger-Luftschlacht zwischen der US Navy und der Japanischen Marine. Beide Seiten mussten Verluste hinnehmen. Amerikanische Sturzbomber und Torpedoflugzeuge versenkten den kleinen Flugzeugträger "Hosho" und beschädigten den grossen Träger "Shokaku" schwer. Die Amerikaner selbst aber verloren durch B5N-2 der japanischen Träger den grossen Träger "Lexington".

Midway

Am 3. Juni kam es dann im Pazifik zu der entscheidenden See-Luftschlacht bei Midway. Die Japaner verloren die Träger "Akagi", "Kaga", "Soryu" und "Hiryu". Ein japanisches U-Boot versenkte den US Flugzeugträger USS Yorktown. Schwerer aber wog für die Amerikaner die Tatsache, dass die Verluste der Torpedostaffeln VT-5, VT-6 und VT-8 verheerend waren. Die ganze Torpedostaffel VT-8 mit ihren TBD-1 war abgeschossen worden. Von den eingesetzten 41 Maschinen kehrten nur 6 zurück.

Die Produktion des neuen Torpedoflugzeuges Grumman TBF-1 Avanger wurde jetzt schnell durch den Lizenzbau dieses Typs bei General Motors als TBM-1 verstärkt. Das Rüstungsprogramm lief nun auf vollen Touren. Douglas brachte zwei neue Torpedoflugzeuge heraus als Nachfolger für die TBD-1, die sich als Versager herausgestellt hatte. Die XBTD-1 und XBT2D-1 wurden jedoch nicht in Serie produziert. Nicht anders erging es dem Curtiss-Entwurf XBTC-2. Dafür wurde eine Torpedoversion des Sturzbombers SB2C-3 in Serie gebaut und daneben die bereits geschilderten Grumman TBF und General Motors TBM. Jetzt brauchte man sofort Torpedoflugzeuge und nicht Versuchsmaschinen, die erst ein Jahr später in Serie gehen konnten.


Douglas XBTD-1 Destroyer

 

 

Kaiser XBTK-1


Curtiss XBTC-1

Douglas XTB2D-1 Skypirate

Curtiss XBT2C-1

Die Firma Kaiser bot, das leichte Torpedoflugzeug XBTK-1 an. Obwohl die Maschine bei der Erprobung recht gute Leistungen aufwies, kam es nicht zum Serienbau. Das gleiche Schicksal erlitt das von Curtiss entwickelte einsitzige Torpedoflugzeug XBT2C-1. Die Marine bestellte eine Vorserie von zehn Maschinen am 27. 3. 1945, von denen aber nur neun fertiggesteIlt wurden. Als sie im Januar 1946 zur Erprobung kamen, hatte schon ein anderer das Rennen gemacht: Douglas.

Donald Douglas hatte im Juni 1944 ein einsitziges Mehrzweck-Angriffsflugzeug entworfen und der Marine angeboten. Diese bestellte im Juni 1944 eine Vorserie von 25 Maschinen mit der Ty­penbezeichnung XBT2D-1. Mit einem Wright R-3350-24W Motor von 2500 PS konnte die Maschine zwei 20 mm-Kanonen, 2^000 - 3'000 kg Bomben, Bordraketen oder Torpedos oder Zusatztanks und ein APS-4 Radar mitführen. Am 18. April 1945 wurde eine Bestellung von 548 Maschinen erteilt. Nach Kriegsende wurde dann der Auftrag auf 277 Stück reduziert. Dabei erfolgte auch eine Umbenennung. Jetzt hiess die Maschine AD-1 Skyraider.

Martin entwickelte einen Konkurrenztyp zur Douglas XBT2D-1. Im Mai 1944 bestellte die Marine zwei Musterflugzeuge XBTM-1 und forderte dann den Serienbau von 750 Flugzeugen dieses Typs. Die beiden Prototypen flogen aber erst im November 1945. So wurde der Serienauftrag auf 149 Stück gekürzt, die dann als AM-1 Mauler von Ende 1947 bis Oktober 1949 ausgeliefert wurden.
Den reine Torpedobomber gab es 1945 nicht mehr. Die Grumman TBM- Avenger wurde während des Krieges öfters in der Rolle des Bombers, Aufklärers und vor allem als U-Bootjäger mit Raketenbewaffnung eingesetzt. Die modernen Raketen liefen der Torbedowaffe den Rang ab, die mit einem 250 Kg grossen Gefechtskopf versehene "Tiny Tim" der US Navy war flexibler einzusetzen. Die verbesserte Luftverteidigung der Schiffe machte einen klassischen Torpedoangriff unmöglich. Dies wiederspiegelnd hatte die US Navy die beiden Projekte von Martin XBTM-1 und Douglas XBT2D-1 zu Angriffsflugzeugen umbenannt. Der letzte Kampfeinsatz der Torpedowaffe war denn auch bezeichnend. Am 1. Mai 1951 griffen die Douglas Skyraider der VA-195 mit Torpedos den Hwacheon Staudamm in
Korea an und zerstörten diesen. Gegen Schiffe und hier vor allem gegen U-Boote wurden die Torpedos nur noch von Hubschraubern aus eingesetzt - doch dies ist eine andere Geschichte.

VA-01-01.png (84408 Byte)
Douglas AD-1 Skyraider

Martin AM-1 Mauler

-

last update 1. March 2013

written 1. November 2003

-

-
- Corrections, additions and remarks please send to the Web master Michael E. Fader -
- If information from this site is used as source material please credit www.wings-aviation.ch  -
- If this page does not have a navigational frame on the left, click HERE to see the rest of the website. -