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  Altiport-Courchevel (Savoyer Alpen)
Starten- und Landen wie auf einem Flugzeuträger
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Text:

Andreas Herzog

Pictures:

Andreas Herzog Stefan Gschwind Paul Bannwarth

 

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Unsere erste Spotterreise 2013 führte uns nach Frankreich in die verschneiten Savoyer Alpen; zum legendären Flugplatz Altiport Courchevel. Von einem „Flugplatz“ zu sprechen ist wohl stark übertrieben; gleicht der Altiport doch in seiner Größe sowie dem anspruchsvollen An- und Abflugverfahren, eher einem „Flugzeugträgerdeck“ in hochalpiner Umgebung. 

Nicht erstaunlich, dass Courchevel unter den zehn schwierigsten aber auch gefährlichsten Flugplätzen der Welt zu finden ist. Nur die besten Piloten, mit einer speziellen Lizenz und Einweisung, dürfen diesen Flugplatz überhaupt anfliegen.

   

Aerospatiale Alouette III SA 316C, F-BPPH, Secours Aerien Francaise

De Havilland Canada DHC-7-102, Tyrolean Airways, OE-LLS

De Havilland Canada DHC-7-102, Tyrolean Airways, OE-LLU, Note the “TAT Sticker” on fuselage, just behind the Cockpit

Aerial view of the tarmac and hangars at Altiport-Courchevel (Picture courtesy Andreas Herzog)

Mondänes  Courchevel

Courchevel bildet zusammen mit Méribel, Les Menuires und Val Thorens das grösste zusammenhängende Skigebiet der Welt: Das „Trois Vallées“. Der mondänste Ort von allen ist wohl Courchevel und zieht jeden Winter die Reichen und Schönen aus aller Welt an. Besonders die Oligarchen Russen, die Milliarden schweren Araber und der Hochadel aus Europa geben sich jeden Winter ein „Stelldichein“ in Courchevel; ein Hotspot des modernen Jetsets. 

Mit über 600 km befahrbaren Skipisten ist der Streckenplan dieser grössten Skiregion ungefähr so anspruchsvoll zu lesen wie eine Strassenkarte von Bangkok! So gehört es wohl auch zum guten Ton, dass Courchevel mit einem der spektakulärsten Airports dieser Welt aufwarten kann; und dies in mitten einer hochalpinen Ski Arena!

   

View of the tarmac and hangars at Altiport-Courchevel (Picture courtesy Andreas Herzog)

View of the tarmac and hangars at Altiport-Courchevel (Picture courtesy Andreas Herzog)

Dramatic view of the down slope runway. Note the sharp edge at the end! (Picture courtesy Andreas Herzog)

Ready for downhill?! (Picture courtesy Andreas Herzog)

   

View of the famous “Le Pilatus” Restaurant and Alti-Bar, next to the apron. Inside you will find many of memorabilia’s of the past decades regarding the history of the Altiport, incl. many pictures of PC-12’s (Picture courtesy Andreas Herzog and Stefan Gschwind)

Preparation and take-off by a powered Paraglider in this beautiful and sunny alpine scenery at Courchevel  (Picture courtesy Andreas Herzog)

Paraglider in this beautiful and sunny alpine scenery at Courchevel (Picture courtesy Andreas Herzog)

„Erfahrung nährt die Vorsicht!“

Gemäss diesem Zitat der österreichischen Musikerin, Elfriede Hablé, kann man wohl auch das An- und Abflug Prozedere in all seinen Facetten am Altiport-Courchevel beschreiben. Die nur 535m kurze Start- und Landebahn mit seinem Vorfeld und den Gebäuden liegt auf einer Höhe von 2007m. Ein gewisses Gefälle bei Altiports ist eigentlich nichts ungewöhnliches, doch ist diese Rollbahn vertikal auch noch zweimal geknickt und weißt am steilsten und längsten Teil eine Steigung/Gefälle von über 18,66% auf! Für jeden Piloten eine Herausforderung auf höchstem Niveau! 

Gelandet wird bergauf, gestartet bergab, und zwar jeweils über einen Abgrund von etwa 300 Metern! Der An- und Abflug für Flugzeuge erfolgt meist über eines der Seitentäler des „Trois Vallées“ mit Ausgangspunkt bei Albertville, gut 40 Kilometer entfernt von Courchevel. Es bedarf sicherlich keiner weiteren Erklärungen, dass ein Startabbruch auf dem Altiport praktisch unmöglich ist, genauso wie beim Landen ein Durchstarten während des „Aufsetzens“ wohl verheerende Konsequenzen hätte. Instrumentenlandesysteme wie ILS etc. sucht man in Courchevel vergebens. 

Was hier gefordert wird, ist fliegerisches Können in Perfektion, Nerven wie Drahtseile und fundiertes Vertrauen in das eigene Wissen und die Erfahrung. Auch nur der kleinste Fehler wird hier nicht verziehen und kann in einer Katastrophe enden. Eine solch aussergewöhnliche „Location“ inspiriert naturgemäss auch die Filmindustrie. So war der Altiport-Courchevel auch Schauplatz für die Dreharbeiten des James Bond Films „Der Morgen stirbt nie“ (1997). Ob sich, wie im Film dargestellt, auch die leichten Kampfjets des Typs Aero L-39 „Albatros“ am Set in Courchevel tatsächlich befanden wagen wir, in Anbetracht der kurzen Rollbahn, eher zu bezweifeln. 

   
 

Paraglider in this beautiful and sunny alpine scenery at Courchevel (Picture courtesy Andreas Herzog)

Pilatus PC-12/47E, Jetfly Aviation SA, Luxembourg, LX-JFN (Picture courtesy Andreas Herzog)

Pilatus PC-12/47E, Jetfly Aviation SA, Luxembourg, LX-JFN (Picture courtesy Andreas Herzog)

Pilatus PC-12/47E, Jetfly Aviation SA, Luxembourg, LX-JFN Ready to leave. Just waiting for the Skiers to be back. (Picture courtesy Andreas Herzog)

 
   

Pilatus PC-12/47E, Jetfly Aviation SA, Luxembourg, LX-JFN on downhill take-off  (Picture courtesy Andreas Herzog)

Socata TBM-700N, Private owned, D-FMCP (Picture courtesy Andreas Herzog)

Socata TBM-700N, Private owned, D-FMCP (Picture courtesy Stefan Gschwind)

Socata TBM-700N, Private owned, D-FMCP (Picture courtesy Andreas Herzog)

   

Socata TBM-700N, Private owned, D-FMCP (Picture courtesy Andreas Herzog)

Robin DR400-180, Aéroclub de Courchevel, F-GPAP (Picture courtesy Stefan Gschwind)

Robin DR400-180, Aéroclub de Courchevel, F-GPAP (Picture courtesy Andreas Herzog)

Robin DR400-180, Aéroclub de Courchevel, F-GPAP (Picture courtesy Andreas Herzog)

„Normaler“ Flugbetrieb auf 2000 Meter

Unangefochtener „Platzhirsch“ ist wohl der Aéroclub de Courchevel mit einer kleinen Flotte von Robin  DR400/135cdi „Ecoflyer“ die den zahlungskräftigen Gästen ein fantastisches Flugerlebnis über den Savoyer Alpen bietet. Sicherlich kein kostengünstiger Ausflug, doch einmalig! Nebenbei steht der Aéroclub de Courchevel auch für eine nachhaltige Schulung der einheimischen wie auch externen Piloten zur Verfügung um ihre Lizenz für Courchevel zu erneuern; so laut Aussage der anwesenden Platzsprecherin des Aeroclubs. Wir freuten uns natürlich über die Ausführungen der doch redseligen Dame. 

Auf der Suche nach der verantwortlichen Airport-Authority Person wurden wir sehr schnell fündig, in Form einer weiteren charmanten Französin, die sich sehr über unseren Besuch in Courchevel freute. Nach kurzem „Small-talk“ bekamen wir die Erlaubnis uns so nahe wie möglich am Pistenrand niederzulassen. Kaum angekommen, mit der Hoffnung auch die grandiose Aussicht ein wenig zu genießen, waren wir bereits wieder voll im Stress, schwebte doch eines unserer „Highlights“, eine Pilatus PC-12/47E im Final-Approach auf Courchevel ein.

   
 

Robin DR400-180, Aéroclub de Courchevel, F-GPAP (Picture courtesy Stefan Gschwind)

Cirrus SR-20, French Air Force, F-HKCS (Picture courtesy Andreas Herzog)

Cirrus SR-20, French Air Force, F-HKCS (Picture courtesy Andreas Herzog)

Reims F182P Skylane II, Aéroclub du Dauphiné, F-GDIX(Picture courtesy Stefan Gschwind)

 
   

Reims F182P Skylane II, Aéroclub du Dauphiné, F-GDIX (Picture courtesy Andreas Herzog)

Extra EA-330SC, French Air Force, F-TGCJ (Picture courtesy Andreas Herzog)

Extra EA-330SC, French Air Force, F-TGCJ (Picture courtesy Stefan Gschwind) Extra EA-330SC, French Air Force, F-TGCJ (Picture courtesy Stefan Gschwind)

“Catwalk” for helicopters

Nebst all den Flugzeugen hatten wir auch einen regen Verkehr der zahlreichen Hubschrauber an diesem Tag zu verzeichnen. Das Einschweben und Starten der Helis auf dem seitlich gelegenen Heliport glich eher einer Choreochraphie auf dem „Catwalk“ der Pariser Modewochen. Schwebte doch jeder ankommende Hubschrauber zuerst einmal von der einen Seite auf das Gelände ein; um danach mit einer eleganten Drehung wieder an uns vorbei zur Landung auf der anderen Seite anzusetzen. Dies erlaubte uns, die farbenfrohen Helis aus allernächster Nähe, von beiden Seiten her zu fotografieren.  

Weitere, interessante Besucher waren:

  • D-FMCP, Socata TBM-700N, Private owned
  • F-GMTU, Eurocopter EC-135-T1, SAF Helicopters
  • F-GVGT, Eurocopter EC-155-B1 „Dauphin 2“, Heli Sécurité
  • LX-JFN, Pilatus PC-12/47E, Jetfly Aviation SA, Luxembourg
  • F-HBED, Eurocopter EC-120B „Colibri“, Private owned

und viele andere.

   

Jodel D140E Mousquetaire IV, Private owned, F-GSCD (Picture courtesy Andreas Herzog)

Jodel D140R Abeille, Private owned, F-BOPK (Picture courtesy Andreas Herzog) 

Jodel D140R Abeille, Private owned, F-BOPK  (Picture courtesy Stefan Gschwind)

Eurocopter EC135-T10, SAF Helicopteres, F-GMTU (Picture courtesy Andreas Herzog)

   
 

Eurocopter EC135-T10, SAF Helicopteres, F-GMTU (Picture courtesy Andreas Herzog)

Eurocopter EC135-T10, SAF Helicopteres, F-GMTU (Picture courtesy Stefan Gschwind)

Eurocopter EC155 B1 Dauphin, Heli Securité, F-GVGT (Picture courtesy Stefan Gschwind)

Eurocopter EC155 B1 Dauphin, Heli Securité, F-GVGT (Picture courtesy Andreas Herzog)

 
   
Eurocopter EC155 B1 Dauphin, Heli Securité, F-GVGT (Picture courtesy Stefan Gschwind) Eurocopter EC120B Colibri, Private owned, F-HDRY (Picture courtesy Stefan Gschwind) Eurocopter EC120B Colibri, Private owned, F-HDRY (Picture courtesy Stefan Gschwind)

Aérospatiale SA 365N2 Dauphin 2, Swift copters, HB-XQW (Picture courtesy Stefan Gschwind)

   
 

Eurocopter EC120B Colibri, Private owned, F-HBED (Picture courtesy Andreas Herzog)

Eurocopter EC120B Colibri, Private owned, F-HBED (Picture courtesy Andreas Herzog)

Aérospatiale AS 350B3 Ecureuil, Mont Blanc Hélicoptères, F-HADE (Picture courtesy Andreas Herzog)

View of the tarmac and hangars at Altiport-Courchevel  (Picture courtesy Stefan Gschwind)

 

Ära der Linienflüge

Ja, auch das gab es einmal in Courchevel!
Mitte der Achtziger bis Ende der Neunziger Jahre unterhielt die österreichische Fluglinie Tyrolean Airways in Zusammenarbeit mit der französischen TAT (Transport Aérien Transrégional) in den Wintermonaten einen regelmäßigen Flugbetrieb nach Courchevel. Dies wohl auch in Anbetracht der damals bevorstehenden Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville. 

Geflogen wurde von Innsbruck und Paris Orly nach Courchevel. Dieser Zusammenarbeit ging jedoch eine mehr als zweijährige Planungsphase voraus in der Fragen der Kooperation, Sicherheit und der Schulung der Crews, im speziellen der Cockpitcrews, bis ins Detail geplant werden mussten. Auch die Wahl des geeigneten Flugzeugtyps war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig geklärt.

Schlussendlich setze sich Tyrolean Airways mit ihren DeHavilland DHC-7-102 „DASH 7“ als dem geeigneten Fluggerät durch. Die DHC-7-102 „DASH 7“ ist bis heute das größte Flugzeug, dass Courchevel angeflogen hat. Wie kommt man eigentlich auf solch eine verrückte Idee einen Linienverkehr zwischen Innsbruck-Paris Orly und Courchevel einzurichten? Initiant und wohl treibende Feder war dazumal der amtierende Bürgermeister von Courchevel, Herr Ziegler. Er wünschte sich zu dieser Zeit eine linienmässige Verbindung zwischen Paris, Innsbruck und Courchevel, für die anstehenden Olympischen Winterspiele. Gesagt; getan hielten sich dann diese Verbindungen doch fast fünfzehn Jahre lang. Ende der Neunziger Jahre wurden die allmählich betagten DHC-7 bei Tyrolean Airways nach und nach ausgeflottet und durch modernere Jets wie der Fokker 70/100 ersetzt. Somit war auch der Einsatz nach Courchevel mit dem größeren Fluggerät nicht mehr möglich und die Linienflüge wurden eingestellt.

   

Eurocopter EC130B4, Heli Securité,  F-HDRY Taking-off in a beautiful sunny afternoon, surrounded by the marvelous alpine panorama(Picture courtesy Andreas Herzog)

Eurocopter EC350B2 Ecureuil, Mont Blanc Hélicoptères, F-GKBE (Picture courtesy Andreas Herzog)

Aérospatiale AS 350B3 Ecureuil, Blugeon Hélicoptères, F-GXBH (Picture courtesy Andreas Herzog)

Aérospatiale AS 350B3 Ecureuil, Blugeon Hélicoptères, F-GXBH (Picture courtesy Andreas Herzog)

Eine abenteuerliche Reise in eine wunderschöne Berglandschaft der französischen Alpen, kombiniert mit tollen Fotos, freundlichen Menschen und einem der spektakulärsten Airports dieser Welt; und das bei schönstem Sonnenschein! 

Jedem „Aviatik-Enthusiasten“ können wir nur empfehlen diesen hochalpinen Airport im Winter einmal zu besuchen. Tolle Bilder sind garantiert!

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last update 16. March 2013

written 16. March 2013

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