.

Aéronavale  1945 bis heute
     Sorry - This pages are only in german.

.

1945 -1954 Jahrzehnt des Sparens

...

Es ist in Frankreich anscheinend so, dass sich die Luftstreitkräfte der Marine immer am Ende der Schlange anstellen müssen, wenn Gelder an die Streitkräfte verteilt werden. Das war stets das Problem der Aeronautique Navale abgekürzt Aeronavale. Ganz besonders gilt das. für die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als ihre Ausrüstung, verglichen mit der der Armee de I'Air, viel zu wünschen übrig liess. Die Kürzungen des Militärbudgets im Jahre 1946 machten den Aufbau noch schwerer. Sogar während des Indochina-Konfliktes war es der Marine für einige Jahre unmöglich, Flugzeuge einzusetzen, die den Aufgaben auf diesem Kriegsschauplatz wirklich gewachsen waren. Daher muss der Aeronavale heute grosse Anerkennung dafür gezollt werden, dass sie es trotzdem geschafft hat, die einzige zu sein, die Flug­zeugträger mit Katapulteinrichtungen betreibt. 

  

Die Neugruppierung

Eine lange Zeit harter Arbeit stand den Marinefliegern bevor, als 1945 die Neugruppierungen der Verbände in Frankreich, Afrika und im Fernen Osten begannen. Einige erbeutete deutsche und japanische Flugzeuge taten neben den von Grossbritannien und den USA bereitgestellten Flugzeugen Dienst, aber keines von ihnen konnte als wirklich modern angesehen werden. Im Dienst standen Flugzeuge wie das Short Sunderland Flugboot für Patrouillendienste und die Supermarine Seafire als Kampfflugzeug. Obwohl die Verwandschaft der Seafire mit der Spitfire bedeutete, dass sie als einigermassen modemes Flugzeug angesehen werden konnte, war sie doch ein Produkt der britischen Vernachlässigung der eigenen Luftwaffe vor 1939. Das enge Fahrgestell der Spitfire war nicht für Landungen auf einem Flugzeugträger gedacht, so dass Vorkehrungen getroffen werden mussten, damit die Trägerver­bände in den ersten drei Friedensjahren all ihre Flugzeuge ausmustern konnten!

Die Aeronavale wandte sich wegen ihres Wiederaufbaus zuerst an Grossbritannien. Admiral Nomy handelte im November 1945 das "'Nomy Abkommen" aus, in dessen Rahmen Frankreich für den Einsatz von Dakar in Westafrika aus 48 Seafire, 13 Sunderland und 32 Vickers Wellington Aufklärungsflugzeuge/ Bomber bekam. Zu weiteren 20 Vickers traten eine ganze Flotte von Schulmaschinen: Wellington, 20 Spitfire und 25 Avro Anson. Die letzteren waren die Vorläufer der heutigen Super Etendard und der Atlantique.

Im Zeitalter vor atomgetriebenen Flugzeugträgern waren die Flugzeug-Mutterschiffe weniger modern. Der französische Vorkriegs­Flugzeugträger Bearn wurde 1940 nur noch zur Überführung von Flugzeugen und - nach einer Stilllegung zwischen 1942 und 1945 - im Indochina-Konflikt für die gleiche Aufgabe eingesetzt. Zwischen 1947 und 1948 diente das Schiff der Schulung und danach zur Unterstützung von U-Booten. Der erste wirklich einsatzfähige Flugzeugträger der Nachkriegsjahre war die nur 8.200 t grosse Dixmude (ehemals HMS Biter), ein umgebautes Frachtschiff, das am ersten Friedenstag (9. Mai 1945) der französischen Flotte überstellt wurde. Auch dieser Träger war 1944 zur Überführung von Flugzeugen eingesetzt worden und seine Aufgaben bestanden bis zum Rückzug aus Indochina im Jahre 1959 neben der Überführung von Flug­zeugen nach Saigon in der Zulieferung von amerikanischen Rüstungsgütern, die Frankreich von der NATO erhielt

  

Neue Flugzeugträger

Im Oktober 1946 wurde von der französischen Marine ein grosser Flugzeugträger, (mit 13.200 Tonnen Wasserverdrängung) die Arromanches (ehemals HMS Colossus) in Dienst gestellt. Anfänglich war das Schiff nur auf fünf Jahre gemietet aber schliesslich kaufte Frankreich 1951 den Träger und stattete ihn 1957-58 mit einem modemen Schrägdeck und Spiegellandeeinrichtungen aus. Die Arromanches wurde später als Schulungsschiff verwendet und 1964 veräussert. Mit amerikanischer Hilfe konnten am 6. Juni 1951 die La Fayette (ehemals USS Crown Point) und am 5. September 1953 die Bois Belleau (ehemals USS Belleau Wood) in Dienst gestellt werden. Nach Einsätzen in Indochina, bisweilen auch im Mittelmeer und im Atlantik wurden sie am 12. September 1960 und im März 1963 wieder an die USA zurückgegeben. Dann endlich standen in französischen Werften gebaute Flugzeugträger für den Einsatz von Hochleistungsstrahlflugzeugen zur Verfügung.

Im März 1947 wurden die Marineflieger ersten Prüfungen unterworfen, als die Dixmude mit Douglas Dauntless der 3. Flotille im Chinesischen Meer ankam, um Einsätze über Indochina zu fliegen. Nach einem nicht sehr glücklichen Beginn - die Katapulteinrichtung funktionierte schon bald nicht mehr und konnte nur in Frankreich repariert werden - kehrte das Schiff für die Zeit von Oktober 1947 bis März 1948 wieder in den Einsatzraum zurück. Das nächste Trägerschiff in diesem Gebiet war die Arromanches, die zwischen dem November 1948 und der Niederlage von Dien Bien Phu im Mai 1954 viermal im Einsatz war. Wenn erforderlich, operierten die Curtiss Helldiver und Grumman Hellcat des Trägers von Bodenstützpunkten aus und verstärkten so nicht nur die Verbände der Luftwaffe, sondern auch die Ge­schwader der Aeronavale mit ihren Consolida­ted Privateer-Bombern und ihren Vought Corsair und Grumman Hellcat Jagdbombern.

   

Präzise Kennzeichnung

Die Marine verfügte über ein eigenes System zur Kennzeichnung ihrer Flugzeuge und Geschwader. Wie bei der Luftwaffe trugen die Flugzeuge entweder ihre alten britischen oder amerikanischen Seriennummern oder die Werksnummern des Herstellers. Die Zugehörigkeit zur Marine wurde - zusätzlich zur Trikoloren- Kokarde und den dreifarbigen Streifen am Ruder - durch einen Anker verdeutlicht. Die Verbände wurden in drei Kategorien unterteilt: in die vollwertigen Kampfflugzeuge, die von den fortlaufend nummerierten Flotillen, 1F, 2F usw. geflogen wurden. Unterstützungs- und Transportverbände, die Escadrilles de Servitude, waren - beginnend mit 1S - ebenfalls durchnummeriert. Maschinen dieser Einheiten flogen gewöhnlich keine Einsätze über dem Ge­fechtsfeld. Flugzeuge bei der Kategorien waren mit der Kennung ihres Verbandes und einer zweiten Nummer (dreiviertel der Grösse) zwecks exakter Kennzeichnung ihrer Position innerhalb der Einheit versehen. So bedeutet Z.B. '1F12' das zwölfte Flugzeug der 1. Flotille.

Die dritte Kategorie bestand aus zahlreichen Schulungs- und Verbindungseinheiten, die spezielle Bezeichnungen trugen oder einfach Untereinheiten anderer Verbände (Sections de Servitudes) mit einem oder zwei Flugzeugen waren. Diese trugen dann als Kennung eine Kombination aus zwei (manchmal auch drei) Buchstaben und einer Nummer für jede Einheit, beginnend mit '1'. Mindestens dreissig. Zwei-Buchstabenkombinationen wurden für Stützpunkte an Land verwandt (z.B. DK für Dakar; PA für Paris/Les Mureaux; und SR für St. RafaeI), weitere fünf für Träger (z.B. DX für Dixmude). Die letzteren hatten zudem ihre eigenen Rettungshubschrauber und manchmal eine für Verbindungsaufgaben umgerüstete Dauntless. Ungefähr acht Drei- Buchstaben­Kodes wurden benutzt, wie z.B. SRC für Section de Reception et Convoyage. Sie war für die Überführung von Flugzeugen direkt vom Hersteller oder nach Überholung oder Reparatur an die Geschwader verantwortlich.

In Indochina führte die Aeronavale einen Krieg mit Flugzeugen des vorangegangenen Krieges. Nach einem Jahrzehnt mit Kolbenmotor-Flugzeugen erhielt die Aéronavale endlich Strahlflugzeuge.

   

Modernisierung 1954 -1965

...

In den ersten Jahren nach dem Krieg baute die französische Marine auf Flugzeuge der Kriegsgeneration. Während der 50er Jahre wurden modernere Geräte, Jets eingeschlossen, angeschafft.

In der Mitte der 50er Jahre war sich das Oberkommando der französischen Streitkräfte darüber im Klaren, dass die Marine-Luftwaffe auf einen modemen Stand gebracht werden musste. Es dauerte jedoch ein weiteres Jahrzehnt, bevor die Aeronavale den Anspruch erheben konnte, eine zeitgemässe Streitmacht von Flug­zeugträgern und Strahl- oder Turbopropkampfflugzeugen zur Verfügung zu haben. In dieser Aufbauphase bahnte die Aquilon - obwohl sie ganz und gar kein neues Flugzeug war, als sie 1955 in Dienst gestellt wurde - den Weg für Strahlflugzeugeinsätze von Bord der Träger.

 

Nach und nach verringerte sich die verwirrende Zahl von verschiedenen Flugzeugtypen, diese Ansammlung aller nur möglichen Maschinen, die nach dem Zweiten Weltkrieg angeschafft wurden. Sie sind im Zuge eines geplanten Beschaffungsprogramms ersetzt worden. Hand in Hand hiermit ging eine Neuordnung der Staffelnummern, und im Juli 1953 fand eine grosse Umbenennung statt. Kampfstaffeln wurden immer mit einem „F“ für Flotille bezeichnet. Bei dem neuen System waren die Nummern 1F-l0F trägergestützten ASW Einheiten (U-Boot Abwehr) vorbehalten. 11F-20F umfasste die trägergestützten Abfangjäger (Angriff und Aufklärung); 21F-30F die landgestützte Seepatrouillen, und 31F-40F waren die Kennzeichnungen für alle Hubschrauberverbände. Die Kennzeichnungen der Reserve- und Ersatzverbände, der sog. „zweiten Linie“; die „Escadrilles de Servitude“, waren 1S-19S für Nachschub und SAR; 20S-29S für Hubschrauber; 31S-40S für Transportverbände, und die Nummern 50S­59S für Trainingseinheiten bestimmt. Diese Abänderungen der Kennungen erschweren es, die Geschichte einzelner Einheiten zu verfolgen. So wurde zum Beispiel die mit Hellcat ausgerüstete Kampfstaffel 1F zu 11F, während die mit Lancaster ausgerüstete ursprüngliche 11F aufgelöst wurde. Ein Teil der Staffel 11F wurde zur 25F, der Rest bildete zusammen mit der aufgelösten 3F die Gruppen 21F und 22F. Es ist sehr komplex und verwirrend.

Etwa zwei Jahre nach dem Ende des Indochinakrieges erschienen die Flugzeugträger der Aeronavale wieder auf einem Kriegsschauplatz, um das englisch-französische Landungsunternehmen in der Suezkanalzone von 1956 abzudecken. Der Träger Arromanches hatte 36 Corsair-Jagdbomber der Staffeln 14F und 15F an Bord, während die La Fayette zehn Avenger der 9F in der ASW Version trug. Ihre Aufgabe war es, für die Invasionsflotte, die von Zypern und Malta aus nach Agypten unterwegs war Luftunterstützung zu fliegen. Am zweiten November, vier Tagg nach dem ersten israelischen Angriff auf Agypten, begann die Corsair gruppe ihre Angriffe. Ihre Aufgabe, die ägyptischen Kriegsschiffe im Hafen von Alexandria zu zerstören, wurde jedoch durch die Anwesenheit amerikanischer Einheiten, die in der Nähe ankerten, durchkreuzt. Eine Corsair ging verloren und ihr Pilot wurde getötet, bevor die kurze Suez-Operation durch die Ankunft von UN-Truppen beendet worden ist. Dann wurde die Aeronavale mehr und mehr in den algerischen Befreiungskrieg verstrickt. Eine ständige Seestreitmacht war in Oran stationiert, dem Hauptquartier der IV Region Maritime. Die drei anderen „Regionen“ waren in Frankreich: die I RM in Cherbourg für den Ärmelkanal, die II RM in Brest für den Golf von Biskaya und die III RM in Toulon für das nördliche Mittelmeer.

Küstenflugplätze waren die Basis für die Jagdbomber, die Erdkampfeinsätze gegen Stellungen der Rebellen flogen. 1958 griff die strahlgetriebene Aquilon in die Kampfhandlungen ein, Sogar die restlichen Privateer dienten als Bomber, während die Neptune Ausschau nach kleineren Schiffen hielten, die die Rebellen mit Waffen versorgten. Aus den Erfahrugen des Algerienkrieges heraus wurden Hubschrauber-Verbände gebildet. Nach Versuchen mit Sikorsky S-55s (H-19s) im Jahre 1956 begann die Marine mit einer Staffel von zweirotorigen Vertol H-21s zu operieren, die die Marineinfanteristen direkt in die Kampfzone flogen. Die Vertol ersetzten die Sikorsky HSS-1.

Die Verfügbarkeit von ASW Hubschraubern und die Aufgabe von Frankreichs nord- und westafrikanischen Besitzungen in den frühen Sechzigern waren verantwortlich für den „Untergang“, die Ausmusterung der Flugboote. Ersetzt wurden die ehrwürdigen Sunderland und die Catalina durch die Marlin und die nicht sehr beliebte Noroit. Als aber im September 1964 die Marlin ausser Dienst gestellt wurde, war die Zeit der Flugboote in der Aeronavale zu Ende. Ausserdem wurden 1962 die Trainingsstaffeln nach Frankreich verlegt; wie die der Luftwaffe.

Im Zuge der Vorbereitungen auf eine modernere Luftstreitkraft der Marine wurden zwei Flugzeugträger in Auftrag gegeben, die in Frankreich gebaut werden und die bisher benutzten britischen und amerikanischen Träger ersetzen sollten. Die Schwesterschiffe Clemenceau und Foch wurden 1961 und 1963 fertiggestellt. Jedes Schiff hatte nur eine Wasserverdrängungvon 22.000 Tonnen und ein Flugdeck der Grösse 165,5 m auf 29,5 m. Ihre Höchstgeschwindigkeit betrug 59 km/h (32 Knoten), und sie konnten je 40 Flugzeuge an Bord nehmen. Als sie in Auftrag gegeben wurden, waren sie als Unterstützung der NATO für atlantische Operationen gedacht. Mit ihrer Indienststellung konnten die Aquilon das erste Mal von See aus operieren. Die alte Arromanches blieb im Dienst als Hubschrauberträger plus einer Abteilung von Alizes. Im Januar 1974 wurde dieser Träger schliesslich ausser Dienst gestellt.

1961 wurde auch die Kennzeichnung der Flugzeuge der Aeronavale geändert. War einst ein Zahlencode, der die Bezeichnung der Einheit enthielt, das Erkennungsmerkmal (z.B. 21F-12), so hatten die Flugzeuge nun ihre Wk.Nr oder einen Teil der früheren US Seriennummer als ständiges Erkennungsmerkmal. Die Zugehörigkeit eines Flugzeuges konnte in aller Regel anhand seiner Kennungen bestimmt werden. Einige Staffeln halten darüber hinaus ihre eigenen Erkennungsfarben. Die Etendard und Super Etendard Verbände haben die Spitzen der Zusatztanks und die Abdeckungen der BremsfallschiIme farbig lackiert: rot für 11F, 14F silbrig, 16F gelb, 17F grün und 59S hellblau.

Die Alize, ein Turboprop, bestimmt für die Seepatrouillen, begann ihren Dienst auf Flugzeugträgern Anfang der 60er Jahre. Ihr folgten bald Etendard für den Angriff und Crusader zur Luftverteidigung. Um 1968 hatte die Aeronavale eine modernisierte Streitmacht zur Verfügung, die aus 16 Staffeln der sog. „ersten Linie“ bestand: 11F, 15F, 16F und 17F mit Etendard; 12F und 14F mit Crusader; 4F, 6F und 9F mit Alize; 21F, 22F, 23F, 24F und 25F mit Neptune; sowie 31F, 32F und 33F mit HSS-1.

Hierauf folgten 12 Escadrilles der sog. „zweiten Linie“ mit einer Vielzahl von Flugmustern: fünf Transport-, eine Hubschrauber-, vier Trainings- und zwei Erprobungseinheiten. Ziemlich genau 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war aus der Aeronavale eine moderne Marineluftwaffe geworden. Ausruhen kann sie sich aus diesem Grunde aber noch lange nicht, denn damit die Marineflieger in den kommenden Jahren effektiv bleiben können, wird es eines nie endenden Kampfes gegen finanzielle Einschränkungen bedürfen.

 

1966 bis 1999

...

Frankreich ist die einzige europäische Nation, die klassische Flugzeugträger mit den zugehörigen Einsatz- und Begleitgeschwadern unterhält. Gegenwärtig erfüllen die Rafale und Super Etendard ihren Auftrag von den Flugdecks dieser Trägerschiffe, doch die Aéronavale wird sich in naher Zukunft auf und andere Typen umstellen müssen.

Kaum hatte die Aeronavale ihr Ziel in Form von zwei modernen Flugzeugträgern mit Strahljägern für die Abfangjagd (Crusader) und für den Angriff (Etendard IV) erreicht, als Frankreich sich aus der NATO zurückzog, um ab 1966 eine eigenständigere Verteidungspolitik zu verfolgen. In der Folgezeit hat sich Frankreich zwar an Land seinen früheren Verbündeten wieder stärker angenähert, doch die Marine blieb als frei verfügbare Waffengattung zur Durchsetzung einer unabhängigen Aussenpolitik ausserhalb des NATO-Bereichs erhalten. Diese Absicht wurde Ende 1974 deutlich gemacht, als einer der beiden Träger vom Heimathafen Brest und dem Einsatzraum im Atlantik abgezogen und zur Abdeckung des MitteImeerraums nach Toulon verlegt wurde, was das zunehmende Interesse Frankreichs am Nahen Osten widerspiegelte. 1977 folgte ihr der zweite Flugzeugträger nach, so dass nur noch die neu gelieferten Dassault-Breguet Atlantic für Patrouillen über dem Nordatlantik zur Verfügung standen, nach dem sie auch benannt worden sind.

Die bei den Flugzeugträger mit einer Wasserverdrängungvon 33.300 Tonnen bei voller Zuladung sind weitgehend identisch. Die 1961 beziehungsweise 1963 fertiggestellten Träger Clemenceau (R98) und Foch (R99) haben 165,50 m länge und 29,50 m breite Flugdecks und können rund 40 Flugzeuge aufnehmen. Heute dürfte die Belegung in der Regel aus 20 Super Etendard für Angriffsaufgaben (auch mit atomaren Waffen), sieben Crusader für die Luftverteidigung, sechs Alize zur U-Boot-Ortung und Bekämpfung, vier Etendard IVP zur Aufklärung und Luftbetankung, sowie vier Lynx oder Super Frelon Hubschraubern bestehen.

1963 wurde ausserdem der 12.570 Tonnen grosse Hubschrauberträger Jeanne d“Arc (R97) fertiggestellt. Dessen Deck misst 62 x 21 m, und er kann bis zu acht Hubschrauber und 700 Soldaten für Kommandounternehmen aufnehmen. In Friedenszeiten dient dieses Schiff mit einer Gruppe von Lynx und Alouette III zur Ausbildung von Kadetten.

Erstmals nach dem Algerienkrieg nahmen die Flugzeugträger der Aeronavale im Zeitraum 1983/1984 an Kampfhandlungen zur Unterstützung der französischen Friedenstruppe im Libanon teil. Von Bord der Foch aus griffen Super Etendard ArtilleriesteIlungen des Gegners an, wo bei Crusader Luftraumsicherung und Etendard IVP Aufklärung flogen. Die Träger operierten auch von der Küste des französischen Protektorats Dschibuti, auf das Somalia seit jeher Ansprüche erhebt. In der jüngeren Vergangenheit stand ihre Präsenz im Arabischen Meer mit dem Schutz der vom Golfkrieg zwischen Iran und Irak bedrohten Schiffahrt in Verbindung.

 

Mit Blick auf die Zukunft wurde der Bau des ersten von zwei 40.000 Tonnen Trägern mit Nuklearantrieb in Angriff genommen der ein Flugdeck von 261,50 m x 64,40 m hat und 40 Flugzeuge an Bord nehmen kann. Dieser erste neue Flugzeugträger, die Charles de Gaulle, wurde im April 2001 in Dienst gestellt.

 

Sie ersetzt die Flugzeugträger Foch und Clemenceau und ist nach dem französischen General und Staatsmann Charles de Gaulle benannt. Die Charles de Gaulle ist das größte Schiff der französischen Marine und eines der größten Kriegsschiffe, das jemals in Europa gebaut wurde. Der bau der zweiten Einheit Richelieu wurde aus Budgetgründen aufgeschoben.

 

Die Charles de Gaulle ist atomar angetrieben und kann ohne Beschränkungen 1.000 km am Tag zurücklegen. Der Träger kann theoretisch bis zu 45 Tage autonom operieren.

Bestückt ist sie in der Regel mit 40 Flugzeugen der Typen:

Jagdflugzeuge: Dassault Rafale Marine

Jagdbomber: modernisierte Dassault Super Étendard

Luftraumüberwachung Grumman E-2 Hawkeye

Hubschrauber vom Typ Eurocopter AS 565 Panther für Rettungs- und U-Boot-Bekämpfungseinsätze

Bei einer Einsatzdauer von sieben Tagen können maximal 100 Flüge pro Tag absolviert werden. Der minimale Zeitabstand zwischen zwei Starts bzw. Landungen beträgt 30 Sekunden.

 

Obwohl die Alouette III seit Jahren von den Hubschrauberdecks kleiner Kampfschiffe aus über See operierten, verfolgte die französische Marine erst Ende der siebziger Jahre, als der Westland Lynx erschien, eine konsequente Politik hinsichtlich der Ausrüstung ihrer neuen Zerstörer und Fregatten mit Hangareinrichtungen für einen kleinen Hubschrauber. Für die Ortung und die Bekämpfung von U-Booten, sowie für den Einsatz von Lenkraketen gegen Überwasserschiffe geeignet, stellt der Lynx eine wertvolle Ergänzung des Waffenarsenals aller Kriegsschiffe dar.

Während der vergangenen Jahre Erfuhren die Flugzeuge der Aeronavale einige Änderungen in der Markierung. Seit 1977 tragen alle ihre Flugzeuge den Schriftzug „MARINE“, und zu Beginn der achtziger Jahre wurden neue Farbmuster eingeführt. Die Crusader, Alize, Lynx und Super Frelon haben an der Oberseite ein dunkles Grau erhalten, was für die Etendard und Super Etendard jedoch zugunsten eines gefleckten Tarnanstrichs in zwei Grautönen verworfen wurde.

 

Der gegenwärtige Bestand der Aeronavale umfasst nahezu 400 Flugzeuge, von denen 277 jederzeit einsatzbereit sein müssen. Sie setzen sich aus 126 Kampfflugzeugen und 151 Unterstützungs- und Ausbildungsmaschinen zusammen. Für fliegende Waffensysteme sind jedoch 100 Kampfflugzeuge und 60 Hubschrauber gefordert, so dass sich ein Fehlbestand von 34 Maschinen ergibt. Die Personalstärke beträgt 11.200 (19 Prozent der Marine), davon 718 Piloten, einschliesslich Frauen, während weitere 1.1 06 anderen Kategorien des fliegenden Personals zuzurechnen sind. Im Verlauf eines typischen Durchschnittsjahrs (1987) flogen die normalerweise schiffsgestützten Flugzeuge und Helikopter 52.900 Flugstunden, während die landgestützten Seepatrouillenfiugzeuge mit 28.800 Stunden an der Gesamt jahresleistung der französischen Marineflieger von 101.200 Flugstunden beteiligt waren.

Dies macht deutlich, dass die Aeronavale allein vom Umfang her stärker als die Luftstreitkräfte einiger NATO-Länder ist. Mit Sicherheit gibt diese Teilstreitkraft der französischen Regierung ein wirkungsvolles Mittel in Form der von allen Meeren aus mit konventionellen und atomaren Waffen einsetzbaren Super Etendard zur Durchsetzung ihrer aussenpolitischen Ziele in die Hand. Die derzeit in der Planung befINdlichen neuen Flugzeuge und Träger stellen sicher, dass dieses Potential bis weit in das 21. Jahrhundert hinein erhalten bleibt. Seit dem ersten Einsatz von gebraucht aus Überschussbeständen überlassenen Seaflfe an Bord leihweise zur Verfügung gestellter Träger hat die Aeronavale einen weiten Weg zurückgelegt. Die Rafale und die neuen atomar betriebenen Träger sind entscheidende Voraussetzungen zur Fortsetzung des Weges in die Zukunft.

...

.

-

last update 1. December 2021

written 23. September 2005

-

-
- Corrections, additions and remarks please send to the Web master Michael E. Fader -
- If information from this site is used as source material please credit www.wings-aviation.ch  -
- If this page does not have a navigational frame on the left, click HERE to see the rest of the website. -