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Falklandkrieg |
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Teil 2 |
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Eskalation
des Konflikts |
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Da
der Zwiespalt zwischen Grossbritannien und Argentinien gegen Ende April
1982 immer grösser wurde, verstärkten auch die beiden Luftwaffen ihre
Anstrengungen. Bei den Briten stellte sich der Erfolg sofort, bei den
Argentiniern wenig später ein. |
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Großbritanniens
energische Antwort auf die argentinische Besetzung der Falklandinseln
hatte bei der argentinischen Bevölkerung Schrecken und Sorge
hervorgerufen, und sie wurde sich der ernsten Absichten der britischen
Einsatzflotte bewusst. Außerdem erreichte Großbritannien, dass
Argentinien sich eines Waffenembargos vor allem von Seiten der EG und der
USA ausgesetzt sah. So geriet die faschistische Junta, die trotz
Getreidehandels mit der Sowjetunion westlich orientiert war, militärisch
in ziemliche Isolation; sogar die Unterstützung von Seiten der
lateinamerikanischen Nachbarn blieb aus. Diese wiederum waren in ihrer
Haltung gegenüber den USA zerstritten. Argentinien befand sich obendrein
in andauernden Territorialstreitigkeiten mit Chile, das wiederum
wirtschaftliche Verbindungen mit Grossbritannien unterhielt und deshalb
einen neutralen Standpunkt im Falklandkonflikt einnahm. |
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Nachdem
die Briten ein Gebiet von zunächst 200 Meilen (322 km) um die
Falklandinseln zur Hoheitszone erklärt hatten (diese wurde kurz darauf
bis auf 20 Kilometer vor die argentinische Küste ausgedehnt), wurden die
chronischen Mängel der Fuerza Aerea Argentina und des Comando de Aviacion
Naval an Seeaufklärern und U-Boot-Jägern deutlich. Diese Tatsache wurde
noch durch den Ausfall des Flugzeugträgers Veinticina de Maya
verdeutlicht. So hing fast alles ab von sechs ehemaligen amerikanischen
Grumman S-2E Tracker der US-Marine, drei Lockheed P-2H Neptune sowie einem
Gates Learjet, der aber abgeschossen wurde, kurz nachdem die Briten
gelandet waren. |
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Die
Argentinier wandten sich dann an Brasilien, obwohl die Beziehungen
zwischen beiden Ländern in den vergangenen Jahren recht angespannt waren,
und ersuchten um die Überlassung zweier Seeaufklärer vom Typ Embraer
EMB-1I1, die aber ohnehin erst einen knappen Monat später einsatzbereit
gewesen wären. In der Zwischenzeit bemühte man sich, auf den Berghöhen
von East Falkland eine Radar-Relaisstation zu errichten, mit der man
wahrscheinlich den umliegenden Luftraum überwachen, nicht aber Schiffe in
mehr als 30 Kilometer Entfernung orten konnte. Auf dem Festland wurden
inzwischen fieberhafte Anstrengungen unternommen, den Küstenschutz mit
wenigstens einer kleinen Zahl von Dassault-Breguet Super Etendard der
Marine-Jagdflieger zu organisieren, die mit der AS.39 Exocet der französischen
Firma Aerospatiale bestückt waren, obwohl Frankreich seine
Produktionsteams im Rahmen des EG-Waffenembargos bereits abberufen hatte. |
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Bis
zu diesem Zeitpunkt konnten die Argentinier ebenso wie jedes andere Land
mit ziemlicher Genauigkeit den Weg und die ungefähre Position der
Einsatzflotte ausmachen, deren Geschwindigkeit auf circa 20 Knoten geschätzt
wurde (möglicherweise verfügten die Argentinier aber über exakte Daten
von dritter Seite). Mit wachsender Sorge bereiteten sich die
argentinischen Verbände auf den Falklandinseln vom 30. April an auf
britische Luftangriffe vor, wurden aber trotzdem von ihnen überrascht und
waren fast unfähig, effektiv zu reagieren. |
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Nachdem
der Kommandeur der Einsatzflotte, Konteradmiral John Woodward, seinen
genauen Standpunkt nicht geheim halten konnte, wendete er eine Reihe
klassischer Hilfsmittel für seine Überraschungsangriffe an: die
geschickte Nutzung des schlechten Wetters, gelegentliche Scheinangriffe
oder Aufteilung der Kräfte auf eine Reihe von kleineren Angriffen,
wodurch die Abwehrkräfte des Gegners verwirrt und zersplittert wurden.
Dabei war das Hauptproblem, eine einigermassen genaue Wettervorhersage zu
erhalten, ohne die jeder Lufteinsatz ein bedeutendes Risiko darstellte.
Anfänglich war man auf britischer Seite von dem Plan ausgegangen, die
argentinische Inselgarnison ihrer Luftraumkontrolle dadurch zu berauben,
dass man die einzige Piste des Flughafens Port Stanley, auf der Mirage und
Lockheed C-130 Transporter operieren konnten, durch Bomben unbrauchbar
macht. Dies sollte von einer Seeblockade unterstützt werden, und zu
diesem Zweck wurde die britische Hoheitszone Anfang Mai fast bis zum
argentinischen Festland ausgedehnt. Dementsprechend galten die ersten
Aktionen dem Flughafen von Port Stanley. |
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Rückkehr
der Vulcan |
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Während
in Grossbritannien Kritik laut wurde, dass die Vulcan-Bomber der
britischen Luftwaffe verfrüht eingemottet worden waren, die doch vom
Luftwaffenstützpunkt RAF Wideawake auf der Insel Ascension aus Angriffe
gegen die Falklandinseln hätten fliegen können, bereitete das
Einsatzkommando die Remobilisierung so vieler Vulcan-Bomber wie möglich
vor, und sie wurden in RAF Waddington von allem verfügbaren und mit
diesem Typ noch vertrauten Boden- und Luftpersonal wieder flugtüchtig
gemacht. Die 44th Squadron hatte man im Dienst belassen und wurde an der
Nordküste Schottlands unter den im Südatlantik zu erwartenden
Einsatzbedingungen einem kurzen Training unterzogen. Mitte April flog eine
einzelne Vulcan SR. 2 als Seeaufklärer nach RAF Wideawake auf
Ascension und führte kurz danach mindestens einen Einsatz zur Erkundung
des Zugangs nach South Georgia in Vorbereitung der britischen Landung aus,
wobei sie in der Luft aufgetankt werden musste |
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Ende
April traf eine zweite Vulcan in RAF Wideawake ein, die ebenfalls zur
Auftankung in der Luft ausgerüstet war und 14 Bomben von jeweils 454 kg
transportierte. Dieser Bomber startete in der Abenddämmerung des 30.
April in Richtung Port Stanley und wurde im Flug mehrmals von
Victor-Tankflugzeugen aufgetankt. Ungefähr um 4.30 Uhr morgens erreichte
er die Inseln und führte seinen Bombeneinsatz von mehr als 7'500 m Höhe
aus, wobei er die Piste in einem Winkel von 35 Grad überflog, um das Ziel
mit wenigstens einer Bombe zu treffen, ohne die nur knapp fünf Kilometer
westwärts liegende Hauptstadt zu gefährden. Dieser Einsatz war umso
schwieriger, weil eine dichte Wolkendecke die Dunkelheit vervollständigte
und weil keine genauen Angaben über die Windbedingungen vorlagen. Weder
von den Bodeneinheiten noch von argentinischen Kampfflugzeugen erfolgte
irgendeine Gegenwehr, so dass die Vulcan nach einem Rundkurs von fast 13'000 Kilometern sicher nach RAF Wideawake zurückkehren konnte. |
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Täuschungsmanöver |
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In
der Morgendämmerung des 1. Mai starteten Sea Harrier von der fast 150
Kilometer östlich der Inseln stehenden HMS Hermes und griffen zunächst
mit ihren 30mm-Bordkanonen und anschliessend mit ihren Bomben die am Boden
stehenden argentinischen Maschinen und die Flughafengebäude an.
Streubomben sollten die Flugzeuge zerstören, während die Piste und die
Gebäude von den schweren Sprengbomben getroffen werden sollten.
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Die
Argentinier verschossen einige von den Briten erworbene Boden-Luft-Raketen
vom Typ Short Tigercat und setzten eine beträchtliche Anzahl von
kleinkalibrigen Flak-Geschützen ein, beschädigten aber nur einen Harrier
am Heck, der ebenso wie alle anderen Maschinen sicher zur HMS Hermes zurückkehrte. |
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Später
ergaben die Aufklärungsflüge, dass die Sea Harrier zwar einige am Boden
stehende Maschinen und eine Reihe von Gebäuden beschädigt, die
Vulcan-Bomben aber die Piste kaum berührt hatten. Deshalb verlegten sich
die Argentinier auf ein Täuschungsmanöver, indem sie grosse Schlammringe
über die Piste verteilten und damit den Eindruck zu erwecken versuchten,
sie sei unbrauchbar geworden, während ihre Transporter vom Typ C-130
weiterhin problemlos starten und landen konnten.
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Neben
den vier Harrier, die den Angriff auf Port Stanley durchgeführt hatten,
wurden ähnliche Einsätze gegen die kurze Graspiste von Goose Green in 80
km südwestlicher Entfernung geflogen, wo zumindest eine FMA IA 58 Pucara
und ein Hubschrauber durch Bordkanonenfeuer zerstört wurden. Während die
Maschinen sicher zu ihren Flugzeugträgern zurückkehrten, wurden die
Geleitschutzflugzeuge, mit Sidewinder-Raketen bewaffnete Sea Harrier der
HMS Invincible, von Mirage III Maschinen angegriffen, die wahrscheinlich
vom Bodenradar der Inseln alarmiert worden waren. Zwei Maschinen des Typs
Mirage stürzten im Verlauf des Luftkampfes ab, wobei eine von
argentinischem Flakfeuer getroffen wurde. |
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Vergeltungsangriffe |
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Im
weiteren Verlauf des Tages wurde der Anflug von vier argentinischen BAe (BAC)
Canberras in Richtung Einsatzflotte gemeldet. Sie wurden von Sea Harrier
abgefangen, die eine Canberra mit einer Sidewinder-Rakete abschossen.
Insgesamt verlor Argentinien am ersten Luftkampftag ungefähr zwölf
Maschinen (darunter Pucaras, Beech T-34C und Aermacchi M.B.339AA sowie
einige Hubschrauber), die entweder am Boden zerstört oder beschädigt
wurden. Ausserdem wurden zwei Mirage III und eine Canberra abgeschossen, während
die Briten kein einziges Flugzeug verloren. |
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Weit
schlimmer noch sollte der zweite Tag für die Argentinier ausfallen, als
das britische mit Atomkraft getriebene U-Boot HMS Conqueror (S48) auf
seiner Patrouillenfahrt zum Südwesten der Inseln den Kreuzer General
Belgrano torpedierte und versenkte, wobei über 300 Mann den Tod fanden.
Am 3. Mai wurden zwei argentinische Patrouillenboote von
Westland-Lynx-Hubschraubern der Einsatzflotte geortet und mit
Luft-Boden-Raketen vom Typ Sea Skua innerhalb der Hoheitszone angegriffen,
wobei ein Boot versenkt und das andere beschädigt wurde. Unterdessen
beschlagnahmte das britische Verteidigungsministerium von der
Handelsmarine die Queen Elizabeth II, um sie als Truppentransporter für
die 3.500 Welsh Guards, Scots Guards und Gurkhas zum Kampfgebiet auf die
Falklandinseln zu schicken. |
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Ihren
ersten größeren Verlust erlitt die Einsatzflotte am 4. Mai, als die HMS
Sheffield (D80, ein Zerstörer vom Typ 42) von einer Luft-Boden-Rakete
AS.39 Exocet ASM getroffen wurde. Das Schiff agierte als westlicher
Vorposten der Einsatzflotte, als zwei Super Etendard zusammen mit
mindestens einer Canberra aus ungefähr 30 Kilometer Entfernung angriffen.
Da diese Vorpostenboote ausserhalb der Patrouillenreichweite der Sea
Harrier standen, war ständiger Schutz aus der Luft unmöglich, und die
Angreifer konnten ungestört entkommen. Obwohl die HMS Sheffield schnell
aus der unmittelbaren Kampfzone geschleppt wurde, sank sie später wegen
der schlechten Wetterbedingungen. Zwanzig Besatzungsmitglieder fanden den
Tod. In der Zwischenzeit griffen die Sea Harrier zum zweiten Mal im
Tiefflug den Flughafen von Port Stanley an, wobei eine Maschine von einer
Tigercat-Rakete abgeschossen wurde. Auch eine einzelne Vulcan machte noch
einen zweiten Angriff auf die Piste, konnte aber nicht mehr ausrichten als
am 1. Mai. |
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Keine
Frühwarnsysteme |
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Ebenso
wie der Verlust des Kreuzers General Belgrano die mangelnde Ausstattung
der Argentinier mit Aufklärungs- und Anti-U-Boot-Flugzeugen offen legte,
liess der Verlut der HMS Sheffield die Briten fühlen, wie verfrüht die
Auflösung des fliegenden Frühwarnsystems bei der Marine gewesen war,
ebenso wie unbrauchbar die geplante Einführung der Nimrod AEW Mk. 3 für
die Luftwaffe beim Einsatz im Südatlantik gewesen wäre. So verfügten
weder die HMS Hermes noch der zur U-Boot-Abwehr ausgerüstete Träger HMS
Invincible über die weitreichenden Radarsysteme der alten HMS Ark Royal
(R09). Darüber hinaus waren sie nicht in der Lage, auch nur zwei Fairey
Gannets an Bord zu nehmen (die jedoch nicht zur Verfügung standen), ohne
den Luftschutz durch den Sea Harrier oder die U-Boot-Abwehr durch den Sea
King gefährlich zu reduzieren. Da es keinerlei fliegende Frühwarnsysteme
gab, musste die Marine ihre Zerstörer und Fregatten als Vorpostenschiffe
ohne entsprechende Verteidigungswaffen gegen Lenkraketen einsetzen, die
dann einem Luftangriff ungemein verwundbar gegenüber standen und fast
wehrlos waren. |
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Der
Winter, der im Südatlantik begann, wurde zwar später als relativ mild
bezeichnet, schränkte aber mit zunehmend schlechter werdendem Wetter die
Möglichkeiten zu Luftoperationen über längere Zeiträume hinweg ein. Am
6. Mai verlor die HMS Invincible zwei ihrer Sea Harrier, als sie - wie man
annimmt - in der starken Wolkenbildung einer Schlechtwetterzone
zusammenstiessen. Damit war die verfügbare Flotte von Harriern auf 17
reduziert. |
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Der
Verlust wurde aber noch vor dem Hauptlandemanöver dadurch ausgeglichen,
dass am 7. Mai ungefähr acht Harrier des Typs GR. 3 vom der Nr.1
RAF-Staffel nach einem rekordverdächtigen neunstündigen Nonstop-Flug,
bei dem sie England aus in Ascension und wenig später im Kampfgebiet
eintrafen. Sie waren mit Sidewinder- Raketen für die Übernahme
sofortiger Luftverteidigungsaufgaben ausgerüstet, verfügten daneben aber
auch über ihre üblichen Bodenangriffswaffen.

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Nach
weiteren Verzögerungen infolge schlechten Wetters nahm die Einsatzflotte
ihre Kampfhandlungen wieder auf und beschoss mit 14mm-Kanonen von
Fregatten aus den Flughafen Port Stanley, während die Harrier gegen Goose
Green und andere Ziele eingesetzt wurden. Inzwischen war auch der
argentinische Fischkutter Narwal, der verdächtigt worden war, britische
Schiffe zu beschatten, von Harriern angegriffen und von der Mannschaft
aufgegeben worden, die von Marinehubschraubern geborgen wurde. Das Schiff
sank etwas später. |
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Weitere
britische Angriffe |
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In
den folgenden bei den Tagen wurde eine Reihe von weiteren Küstenzielen
von See aus attackiert, und am 11. Mai fuhr die Fregatte HMS Alacrity
(F174) in die engen Gewässer des Falklandsunds ein und versenkte ein
argentinisches Versorgungsschiff beim Versuch, die Blockade zu
durchbrechen. Am 12. Mai unternahm die argentinische Luftwaffe einen
direkten Angriff auf Schiffe der Einsatzflotte und verlor dabei mindestens
drei ihrer McDonnell Douglas A-4 Skyhawk, erzielte aber einen Volltreffer
gegen ein britisches Schiff, das nur deswegen nicht sank, weil die 500kg
Bombe ohne Explosion quer durch den Schiffsrumpf ging. Es war dies überhaupt
eine Besonderheit im Falklandkrieg, dass eine ganze Reihe von britischen
Schiffen nur dadurch der Versenkung entgingen, dass die argentinischen
Bomben nicht explodierten: fünf Schiffe kehrten mit beträchtlichen Schäden
in die Heimat zurück, die alle von Blindgängern gerissen worden waren -
eine Tatsache, auf die das britische Verteidigungsministerium allerdings
niemals hinwies. |
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Nach
einer weiteren kurzen Schlechtwetterperiode wurden die Kampfhandlungen am
14. Mai wieder aufgenommen. Harrier und Sea Harrier griffen nun Ziele im
Innern der Inseln an, wobei sie von Spezialeinheiten der Luftwaffe und
Marine unterstützt wurden, die verdeckt am Boden operierten. So wurde
mindestens eine Einheit auf East Falkland abgesetzt, die die
argentinischen Verteidigungskräfte auskundschaften und melden sollte.
Weitere Einheiten wurden möglicherweise im Süden des argentinischen
Festlands mit der Doppelaufgabe betraut, die Super Etendard Flotte durch
Sabotage am Boden zu entschärfen sowie die Einsatzflotte über Funk von
eventuellen Einsätzen des Gegners zu unterrichten.
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Viele
Aktionen unterlagen der absoluten Geheimhaltung, doch manche Tatsachen
gelangten an die Öffentlichkeit: so zerschellte ein Sea King HC. 4 auf
chilenischem Territorium in Tierra dei Fuego, nachdem er offenbar eine
Spezialeinheit der Luftwaffe dort abgesetzt hatte. Die Besatzung wurde von
den chilenischen Behörden schliesslich nach England überstellt. |
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Mitte
Mai verlegten die Argentinier einige ihrer Super Etendard Maschinen, während
die Flugzeugträger der Einsatzflotte zwanzigminütige Vorwarnungen über
bevorstehende Luftangriffe empfangen konnten, weil britische
Spezialeinheiten die argentinischen Maschinen mit entsprechenden Funkgeräten
bestückt hatten. |
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Einen
weniger geheimen Nachtangriff unternahmen die Spezialtruppen am 15. Mai,
indem eine Einheit unter dem Feuerschutz von Fregatten von Hubschraubern
auf Pebble Island nahe der Nordküste von West Falkland abgesetzt wurde
und an mehreren auf der Piste stehenden argentinischen Kampfflugzeugen
Sprengladungen anbringen konnte: Fünf Pucaras und drei Hubschrauber
wurden als zerstört, drei weitere Maschinen, mobile Radaranlagen und ein
Versorgungsspeicher als beschädigt gemeldet. Die Einheit selbst erlitt
keine Verluste. |
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Gleichzeitig
jedoch erlitten die Spezialeinheiten einen empfindlichen Verlust, als bei
der Verlagerung von dreissig Soldaten von einem Schiff zum anderen ihr Sea
King HC. 4 am Heckrotor mit einem Albatros havarierte und fast die
gesamte Besatzung mit sich ins Meer riss. |
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Der
21. Mai war der für den Hauptangriff bestimmte Tag X, und auf beiden
Seiten war man sich vollkommen klar über die zu erwartende Heftigkeit der
Auseinandersetzungen. Da alle diplomatischen Bemühungen fruchtlos
geblieben waren, schien eine große Landschlacht unvermeidlich. Bis zu
diesem Zeitpunkt hatten die Briten die Zerstörung von 28 feindlichen
Flugzeugen in der Luft oder am Boden gemeldet und gaben den Verlust von
drei Sea Harriern, zwei Wessex, fünf Sea King und zwei Lynx-Hubschraubern
zu. Wegen sich häufender Meldungen über verstärkte U-Boot-Aktivität im
Umkreis der Einsatzflotte wurden Nimrod MR Mk. 2 Aufklärer mit
Luftbetankungssonden ausgestattet und auf Ascension stationiert, von wo
aus sie Aufklärungseinsätze über dem Südatlantik bis hin zur
argentinischen Küste fliegen sollten. Zur Selbstverteidigung waren sie
mit einer oder zwei Sidewinder-Raketen Luft-Luft-Raketen gegen
argentinische Boeing 707 bestückt.
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Inzwischen
hatte auch der Flugzeugtransporter Atlanic Conveyor mit Harriern, Sea
Harriern, Wessex-Hubschraubern und den Schwertransporthubschraubern
Chinook an Bord Ascension in Richtung Einsatzflotte verlassen, die bis
dahin die HMS Sheffield als größten Verlust hatte verbuchen müssen.
Dieser Verlust hatte verdeutlicht, wie verwundbar die britischen Schiffe
gegenüber Raketen waren, die dicht über der Wasseroberfläche ins Ziel
fliegen. Doch nun befanden sich fast hundert Schiffe in unmittelbarer Nähe
des Kampfgebiets; die Vorgefechte waren vorüber, und der Hauptangriff
stand bevor. |
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