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Falklandkrieg |
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Teil
3 |
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Die
Entscheidung |
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Als
am 20. Mai 1982 die diplomatischen Bemühungen um eine friedliche
Beilegung des Falklandkonflikts endgültig zusammenbrachen, befahl
Premierminister Margaret Thatcher den Angriff auf die Falklandinseln |
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Auf
britischer Seite war man sich über die Kampfmoral und die Ausrüstung der
auf den Falklandinseln stationierten argentinischen Einheiten im unklaren.
Man ging allerdings davon aus, dass die argentinische Luftwaffe beträchtliche
Gegenwehr entwickeln würde, sobald britische Schiffe mit dem Landungsmanöver
beginnen sollten. |
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Die
Landung wurde von Anfang an als besonders risikoreich eingeschätzt, weil
die verfügbaren Harrier und Sea Harrier gleichzeitig die Flugzeugträger
und die an der Landekopfbildung beteiligten Schiffe beschützen mussten
und damit keine ausreichende Abschirmung des Luftraums möglich war.
Admiral Woodward entschied sich deshalb für verschiedene
Scheinbombardements vom Meer aus, um den Feind über den wahren Ort des
Angriffs zu täuschen. Die Argentinier wiederum gingen davon aus, dass der
erste Angriff auf die Inseln sich nicht gegen Port Stanley richten würde,
und verteilten relativ wenig Truppen auf fast alle Siedlungen entlang der
Küste von East Falkland. Dies war dem britischen Einsatzkommando
allerdings schon einige Tage zuvor von den SAS (Special Air Service)
Spezialeinheiten auf der Insel gemeldet worden. |
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Landekopf
San Carlos |
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Nach
dem erfolgreichen Einsatz gegen Pebble Island wurde als Landekopf der Ort
San Carlos gewählt, da auch größere Schiffe die vorgelagerten Gewässer
befahren konnten und dort gleichzeitig Schutz vor dem rauhen Wetter
fanden. So landeten mehrere Einheiten der Einsatzflotte in der Nacht vom
20. auf den 21. Mai und setzten im Schutz der Dunkelheit die ersten
Landungstruppen an der Küste von San Carlos, einer winzigen Siedlung, ab.
Als die argentinische Abwehr schließlich einsetzte, eröffneten die
Briten von ihren Schiffen aus das Feuer, das bis zum Morgengrauen
fortgesetzt wurde. Dann wurde mit Hilfe der Hubschrauber das nötige Gerät
an Land gebracht |
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Mit
Tagesanbruch wurde dem argentinischen Kommandanten die wahre Bedeutung
dieses Einsatzes klar, und er befahl den Angriff der Luftwaffe, die sowohl
auf den Inseln als auch auf dem Festland stationiert war. Ab neun Uhr
morgens flogen die Argentinier mit ihren McDonnell Douglas Skyhawk und FMA
Pucara eine Reihe von gezielten Angriffen, wobei Dassault-Mirage-Jäger
sie gegen das Eingreifen der Sea Harrier abzuschirmen versuchten.
Gleichzeitig wurden fieberhaft Rapier-Lenkraketen auf dem Landungskopf
installiert, und jeder Zerstörer, jede Fregatte und alles, was auch nur
über ein Maschinengewehr verfügte, wehrte erfolgreich die argentinischen
Angriffe ab. Über dem Landungskopf verfolgten Boden-Luftraketen die
Angreifer, dennoch gelang es einigen argentinischen Jägern, die äussere,
von Sea Harrier und Vorpostenschiffen gebildete Abschirmung zu
durchbrechen. Die Fregatte HMS Ardent (F184) wurde von einer 450 kg-Bombe
versenkt, und eine Bombe desselben Kalibers traf die HMS Antrim (D18),
explodierte aber nicht. |
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An
diesem Tag gelang es den Briten, fast die Hälfte der insgesamt 5.000
Marineinfanteristen und Fallschirmjäger ohne nennenswerte Verluste an
Land zu bringen. Als die argentinische Garnison bei San Carlos
schliesslich ihre Position aufgeben musste, hatte die argentinische
Luftwaffe schätzungsweise 17 Flugzeuge verloren. Auf britischer Seite
wurden ein Harrier, der bei einem Angriff auf Goose Green im Süden
abgeschossen worden war, und drei Hubschrauber zerstört, sowie zwei
weitere Hubschrauber beschädigt. |
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In
der folgenden Nacht ankerte das Linienschiff Canberra in der Bucht vor San
Carlos und begann mit der Ausschiffung der übrigen Truppen. Aus bis heute
ungeklärten Gründen unternahmen die Argentinier an diesem 22. Mai keinen
einzigen Angriff aus der Luft und verschenkten damit die Gelegenheit, die
Einsatzflotte entscheidend zu treffen. Gegen Abend hatten die Briten alle
verfügbaren Lenkraketenbatterien, leichte Panzerfahrzeuge und Artillerie
installiert und den Landungskopf damit sicher befestigt. |
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Argentinische
Angriffe |
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Als
die Argentinier am 23. Mai ihre Angriffe gegen San Carlos wieder
aufnahmen, war es zu spät: Sie verloren mindestens elf Flugzeuge vom Typ
Skyhawk. Zwar traf eine McDonnell Douglas A-4 mit einer 450 kg Bombe die
Fregatte HMS Antelope (F170), die sich auf Vorposten im äußeren
Falklandsund befand, doch auch diese Bombe war ein Blindgänger. Das
Schiff wurde evakuiert, und ein Sprengmeister versuchte, die Bombe zu
entschärfen. Dabei explodierte sie. Der Offizier wurde getötet und das
Schiff sank |
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Während
sich die britischen Landungstruppen am 24. Mai zum Vormarsch rüsteten,
nahmen argentinische Skyhawk und Mirage ihre Angriffe auf die Schiffe
erneut auf, wobei sie ihre Bomben aus geringer Höhe (oft weniger als 15
Meter über Meereshöhe) ausklinkten und dann landeinwärts verschwanden.
Im Abdrehen feuerten sie kurze Salven aus ihren Maschinengewehren gegen
die verstreuten Truppen am Boden und versuchten gleichzeitig, den
Rapier-Raketen zu entkommen. Acht Angreifer wurden abgeschossen. |
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Wie
erwartet, flog die argentinische Luftwaffe am 25. Mai, dem argentinischen
Nationalfeiertag, schwere Angriffe, bei denen zwei weitere britische
Schiffe versenkt wuden. Mehrere Skyhawk Formationen konzentrierten sich
auf den Zerstörer HMS Coventry (D118), der als Radar-Vorposten eingesetzt
war. Die HMS Coventry konnte noch fünf Angreifer vom Himmel holen, bevor
eine frische Formation ihre Verteidigungslinie unterflog und sie mit
mindestens zwei Treffern versenkte. |
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Vergeltungsangriffe |
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Kurze
Zeit später wurde die Atlantic Conveyer, die sich mit dringend benötigten
Schwerlasthubschraubern vom Typ Boeing Vertol Chinook, sechs
Westland-Wessex-Hubschraubern sowie Ausrüstung und Harrier-Triebwerken
den Inseln näherte, von mindestens zwei Dassault Super Etendard mit
Exocet-Lenkraketen angegriffen. Eine der beiden Raketen traf, tötete 12
Mann und setzte das Schiff in Brand. Es sank mehrere Tage später mit fast
der gesamten Fracht. Nur die Ersatzteile für die Harrier und Sea Harrier
sowie ein Chinook-Hubschrauber konnten geborgen werden. Man nimmt
inzwischen an, dass die Rakete eigentlich für einen der Flugzeugträger
bestimmt war, aber das nächste Schiff als Ziel wählte. Die andere Rakete
wurde wahrscheinlich durch Staniolstreifen, sog. Düppel (von einem
Hubschrauber oder einem der Geleitschiffe) abgelenkt. |
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Vormarsch
auf Port Stanley |
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An
der Küste von East Falkland ging inzwischen trotz dieser gravierenden
Verluste und der fehlender Chinook-Hubschrauber die Konsolidierung der Kräfte
weiter. Der einzige verbliebene Chinook schaffte es mindestens einmal, mit
81 Mann das Doppelte seiner normalen Zuladung zu transportieren. Am 27.
Mai begannen die britischen Landungstruppen ihren Vormarsch und schossen
dabei zwei angreifende A-4-Jäger ab. Am folgenden Tag nahmen 650
Fallschirmjäger vom 2. Bataillon Darwin und Goose Green im Sturm und
machten 1.500 argentinische Gefangene. Auf der Piste standen einige
Pucara-Maschinen, die Aussenstationen für Napalmbomben hatten. Die
Soldaten meldeten ausserdem den Fund einiger Napalmbomben, doch soweit
bekannt, wurde im Verlauf dieser Auseinandersetzung von den Argentiniern
kein Napalm eingesetzt. |
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Gleichzeitig
bewegten sich andere Einheiten, insbesondere Marineinfanteristen, nach
Norden und Osten auf Douglas zu, während die Fallschirmjägerverbände im
Süden nach Swan Inlet und Fitzroy strebten. Port Stanley sollte also in
die Zange genommen werden, wobei das Hochplateau im Zentrum der Insel lag.
Auf einem Berg im Hochland hatten die Argentinier eine Radarstation
installiert, von der man annahm, dass sie britische Luftangriffe orten und
weitermelden konnte. Sie wurde deshalb am 30. Mai und noch einmal am 2.
Juni von Ascension Island aus von einem Avro-Vulcan-Bomber mit
Shrike-Lenkraketen angegriffen. Bei Tag wurden soweit die sich
verschlechternden Wetterbedingungen dies zuliessen, weiterhin Harrier
gegen das Flugfeld von Port Stanley geschickt. Die Briten hatten
inzwischen gemerkt, dass der Gegner die Piste immer noch zum Einfliegen
von Nahrungsmitteln und Ausrüstung mit der Lockheed C-130 unter
Ausnutzung der Dunkelheit benutzen konnte. Am 28. Mai wurden zwei Harrier
von Flakfeuer in der Nähe von Port Stanley be- schädigt. Die Piloten
konnten sich mit den Schleudersitzen retten und wurden aus dem Meer
geborgen. |
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Am
2. Juni hatte der größte Teil der britischen Artillerie die Höhen vor
Port Stanley erreicht, und die nördliche Zangenbewegung wurde weiter
vorangetrieben. Im Süden verlief dieser Prozess wesentlich langsamer. Um
die 5. Infanteriebrigade schneller nach Bluff Cove zu bringen, wurden 500
Mann in den Landungsbooten RFA Sir Galahad und RFA Sir Tristram am
helllichten Tag dorthin verschifft. Sie wurden von gegnerischen Posten
entdeckt, und bevor die RFA Sir Galahad ihre Truppen absetzen konnte, näherte
sich eine Formation von Skyhawk Maschinen und beschoss beide Schiffe aus
geringer Höhe. Obwohl diese nicht sanken, starben 50 Soldaten, überwiegend
Angehörige der Welsh Guards, auf der RFA Sir Galahad. Die Zeit war zu
kurz gewesen, um Rapier-Lenkraketen kampfbereit zu machen, und die Sea
Harrier konnten nicht rechtzeitig zum Kampfplatz stossen. Während die
Briten Port Stanley Tag und Nacht bombardierten, setzten die Argentinier
ihre Angriffe auf britische Schiffe fort: Ein Landungsboot wurde versenkt
und die HMS Plymouth (F126) von einer Bombe getroffen. |
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Ein
Vulcan-Bomber, der sich vermutlich auf dem Rückweg nach Ascension Island
befand, wurde an der Luftbetankungssonde beschädigt und musste nach
Brasilien ausweichen. Er wurde den Briten erst zurückgegeben, nachdem die
brasilianischen Behörden die Bewaffnung entfernt hatten. Am 11. Juni
attackierte die Vulcan XM607, wie schon am 1. und 4. Mai, die Runway des
Flughafens von Port Stanley, um sicherzustellen, dass die dort noch
befindlichen Pucara und andere argentinische Erdkampfjäger nicht in den
Entscheidungskampf um Port Stanley eingreifen konnten. Am selben Tag wurde
die HMS Glamorgan (D19), die bis dicht vor den Hafen vorgestossen war, von
einer an Land abgefeuerten Exocet-Rakete getroffen und verlor 13 Mann
sowie ihren Wessex- Hubschrauber. |
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Die
Entscheidung |
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Am
13. Juni erfolgte der Entscheidungsangriff mit 6000 Mann vom Fallschirmjäger-Regiment,
den Marineinfanteristen, Scots Guards, Welsh Guards und Gurkhas unter dem
Kommando von Generalmajor Jeremy Moore. Nach 36 Stunden erbitterter Kämpfe
liess die argentinische Gegenwehr nach, und in den Morgenstunden des nächsten
Tages befanden sich die Schlüsselstellungen auf Mount Tumbledown, Mount
William und Wireless Ridge in britischer Hand. Zehn Stunden später
unterzeichnete der argentinische Kommandant General Menendez die
Kapitulationsurkunde und gab seinen Einheiten den Befehl, die Waffen zu
strecken. Damit war die 74 Tage währende Auseinandersetzung um das
britische Hoheitsgebiet vor der argentinischen Küste beendet. |
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Der
Konflikt war zu einer Zeit eskaliert, als die konservative Regierung von
Mrs. Thatcher, entgegen traditioneller Verteidigungskonzeptionen ihrer
Partei, die Rüstungsausgaben drastisch kürzte und sich auf eine
langfristige Strategie im Rahmen der verbesserten nuklearen Abschreckung
konzentrierte. Dass es überhaupt möglich war, eine Flotte
zusammenzustellen, die ein relativ günstiges Verhältnis von Flugzeugträgern,
Landungsbooten und Geleitschiffen hatte, war weniger der Planung, als dem
Zufall zuzuschreiben. |
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So
wie die Dinge im Frühjahr 1982 lagen, wäre es weder ein Jahr früher
noch ein Jahr später möglich gewesen, eine effektive Einsatzflotte
aufzubauen, da wichtige Flotteneinheiten entweder noch nicht zur Verfügung
gestanden hätten oder bereits aufgelöst gewesen wären. So sollte zum
Beispiel die Luftbetankung, von der in diesem Krieg alles abhing, einer gründlichen
Revision unterzogen werden. |
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Die
Flotte besaß bereits keine grösseren Kampfflugzeuge mehr, und das Fehlen
eines fliegenden Frühwarnsystems im Rahmen der Einsatzflotte war zum großen
Teil mitverantwortlich für den Verlust mehrerer britischer Schiffe vor
den Falklandinseln. |
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